Artenporträt
Die Gorillas
Der größte und schwerste aller Primaten und einer der am stärksten bedrohten.

Bedrohte Arten
Es gibt mehr als zweihundert Affenarten. Unter ihnen sind die Menschenaffen oder Anthropoiden (also „fast menschlich“), die uns am ähnlichsten sind, besonders faszinierend. So sehr, dass Dian Fossey nach eigenen Worten eines Tages überzeugt war, die Grenze zwischen Mensch und Affe überschritten zu haben.
Sie glaubte, dass der zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte Berggorilla in naher Zukunft wohl verschwinden würde, wenn nichts zu seinem Schutz unternommen würde.
Es gibt zwei Gorilla-Arten, die in vier wichtige Unterarten unterteilt werden:
Der Westliche Gorilla Gorilla gorilla
- Der Westliche Flachlandgorilla Gorilla gorilla gorilla
- Der am weitesten verbreitete.

- Der Cross-River-Gorilla Gorilla gorilla diehli
- Eine äußerst seltene Unterart an der Grenze zwischen Nigeria und Kamerun.
Der Östliche Gorilla Gorilla beringei
- Der Östliche Flachlandgorilla oder Grauer-Gorilla Gorilla beringei graueri
- Bekannt als der größte.

- Der Berggorilla Gorilla beringei beringei
- Erkennbar an seinem dichteren Fell. Er lebt in großer Höhe in den Virunga-Vulkanen und im Bwindi Impenetrable Forest (Ruanda, Uganda, DR Kongo).

Bedroht Alle Gorilla-Unterarten sind vom Aussterben bedroht.
Solange man nicht ein Tier geliebt hat, bleibt ein Teil der Seele unerweckt.
Die Lebensweise der Gorillas
Gorillas leben in Gruppen, angeführt von einem erwachsenen Männchen, dem „Silberrücken“, weil das Fell auf seinem Rücken mit etwa 12 Jahren silbergrau wird. Er ist sehr imposant, wiegt zwischen 150 und 220 Kilo und ist etwa 1,50 bis 1,80 Meter groß. Gorillas ernähren sich überwiegend pflanzlich und verbringen die meiste Zeit am Boden; nur die Jüngsten wagen sich ein paar Meter hoch in die Bäume, um zu spielen oder zu schlafen. Die Zusammensetzung der Gruppen ändert sich mit Geburten, Todesfällen, Zu- und Abwanderungen.
Eine typische Familie zählt acht bis neun Tiere. Die Gruppenmitglieder unterscheidet man zunächst an Größe und Gesamterscheinung, vor allem aber an der Form der Nasenlöcher: Jeder Gorilla hat ein eigenes Gesicht. Die Weibchen wiegen weniger als hundert Kilo; ihre Eckzähne sind kürzer und ihr Schädel runder als der der Männchen, da ihnen der Scheitelkamm fehlt.
Berggorillas richten ihren Tagesablauf nach der Sonne. Da ihr Verbreitungsgebiet nahe am Äquator liegt, schlafen sie etwa zwölf Stunden. Bei Sonnenaufgang liegen sie in ihrem Nest, das sie in der niedrigen Vegetation bauen. Jedes Nest wird nur einmal benutzt: Gorillas sind Nomaden, die ständig auf Nahrungssuche umherziehen; ihre Nahrung besteht zu 95 % aus Pflanzen.
Verhaltensregeln bei Begegnungen

Wer sich Gorillas in ihrem Lebensraum nähert, muss einige Regeln beachten:
- leise gehen;
- keine hastigen Bewegungen machen;
- sich innerhalb der Gruppe langsam bewegen;
- die Gorillas nicht berühren, um ihnen keine Krankheiten zu übertragen;
- nicht in ihre Aktivitäten eingreifen;
- die Jüngsten, die neugierig sein können, nicht festhalten;
- die Gorillas nicht anstarren: Sie sind scheu, und ein fester Blick kann als Drohung verstanden werden;
- gebückt gehen, denn eine aufrechte Haltung macht ihnen Angst;
- in ihrer Gegenwart weder essen noch rauchen;
- bei dringendem Bedürfnis den Führer ansprechen, der ein Loch gräbt, um die Ausscheidungen zu vergraben;
- wenn das dominante Männchen angreift, niemals fliehen und eine unterwürfige Haltung einnehmen.
Halten Sie sich an diese Regeln, und Sie haben beste Chancen auf ein unvergessliches Erlebnis.